25
Mai
2011
admin

Warum Facebook eine so große Verantwortung gegenüber seinen Benutzern hat

Facebook ist mit zurzeit über 600 Millionen Mitgliedern das größte soziale Netzwerk, das es gibt. Hier trifft sich Gott und die Welt. Ok, Gott ist wahrscheinlich irgendwann der einzige, der kein Facebook Account hat. Aber die Welt ist da schon sehr gut vertreten. Man teilt Fotos, Videos oder sich einfach nur mit. Es werden Kontakte geknüpft, Verabredungen getroffen, es wird vermarktet, gespielt oder gekauft. Was man dort alles machen kann, weiß wohl jeder. Was man alles darf und was nicht, weiß sicherlich nicht jeder. Facebook hat sehr strenge Policies und Guidelines, an die sich jeder Nutzer oder Entwickler zu halten hat. Aber wie das immer so ist, werden auch bei Facebook alle Richtlinien meist ungelesen akzeptiert. Wer kämpft sich schon durch mehrere Seiten AGB, Datenschutzhinweise oder eben besagte Policies?

Nun ist es "leider" so, dass Facebook sehr genau auf die Einhaltung dieser Richtlinien achtet. Dazu muss sich nicht mal ein Mitarbeiter von Facebook darum kümmern. Es gibt automatische Systeme, die Verstöße gegen die Richtlinien von ganz alleine aufspüren und auch die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Für einen Entwickler könnte diese Maßnahme sein, dass eine seiner Anwendungen gesperrt wird. In schlimmeren Fällen auch, dass der Entwickler einfach keine Anwendungen mehr erstellen kann. Für den "normalen" Benutzer könnte ein Verstoß, ob absichtlich oder nicht, die Sperrung seines Benutzerkontos sein.

Es fängt schon damit an, dass man verpflichtet ist, wahrheitsgemäße Angaben bei der Registrierung zu machen. Das heißt auch, dass man seinen korrekten Namen angibt und nicht irgendeinen Phantasienamen. Viele halten sich nicht daran und verstoßen damit gegen die Richtlinien von Facebook. Jetzt könnte Facebook, oder besser gesagt die Facebook eigenen automatischen Systeme, daherkommen und die Benutzer sperren, die so grob fahrlässig gehandelt haben und sich einfach mir nicht dir nichts einen falschen Namen zugelegt haben.

Wenn es um die Durchsetzung von Richtlinien oder ähnlichem geht, ist Facebook rigoros. Auch das abschmettern eines Gnadengesuche seitens des Nutzers ist eigentlich nur reine Formsache. Natürlich ist Facebook hier im Recht:

Entweder du machst was wir dir sagen oder du kannst deine Sachen packen!

Doch darf Facebook einfach so einen Benutzer deaktivieren oder sogar löschen? Die Antwort lautet natürlich erst mal JA. Facebook stellt die Richtlinien auf und die User müssen sich daran halten. Aber man kann es auch von einer anderen Seite aus sehen:

Facebook ist ein riesiges Netzwerk. Die Infrastruktur des Internets hat sich in den letzten Jahren gewandelt und wandelt sich noch weiter. Alles geht momentan in Richtung Facebook. Es gibt kaum eine Webseite, die keinen Like Button hat. Ganze Internetpräsenzen werden nach Facebook verlagert. Registrierungen sind teilweise nur noch mit Facebook Account möglich. Facebook hat den Begriff Social Media für alle greifbar gemacht und uns dazu gebracht soziale Verbindungen über diese Plattform einzugehen und zu pflegen.

Was passiert nun, wenn Facebook mein Konto löscht? Meine sozialen Verbindungen werden von einer auf die andere Sekunde gekappt. Meine Benutzerkonten auf anderen Webseiten, die ich durch Facebook Connect angelegt habe, sind tot. Ich kann nicht mehr bei meinem Lieblings Buchladen einkaufen, der seine komplette Internetpräsenz und damit auch seinen Shop nur noch in Facebook integriert hat. Auf ein mal kann ich mich meinen Freunden nicht mehr per (Like)-Klick mitteilen, kann keine Informationen mehr mit ihnen teilen oder von ihnen erhalten. Ich bin nicht nur bei Facebook gesperrt, sondern überall, wo ich Facebook Benutzerdaten brauche. Schluss. Aus. Vorbei. Facebook hat kurzen Prozess gemacht und mich im Social Media Sinne ermordet.

Das klingt hart, ist aber genau das, was viele empfinden würden. Stell dir vor, Facebook würde deinen Account löschen und dich nie wieder dort anmelden lassen. Macht sich dann noch deine Internet Flatrate bezahlt?

Zum Glück kann man auch heutzutage noch reale soziale Bindungen eingehen und muss sich nicht von Internet Plattformen abhängig machen. Man munkelt sogar, dass es möglich sein soll, ganz ohne Facebook zu leben. Zurzeit sollte es noch viele User geben, die schon mal davon gehört haben. Aber die Generation, die nach uns kommt, wird vielleicht nicht mehr so viel Glück haben.

Natürlich ist dieser Artikel an einigen Stellen etwas überzogen und nicht unbedingt ganz erst gemeint. Aber die Moral der Geschichte sollte deutlich sein:

Facebook hat eine große Verantwortung gegenüber seinen Benutzern. Aufgrund des starken Wachstums können sie es sich locker leisten den einen oder anderen Benutzer aufgrund von manchmal vorschnell durchgesetzten Strafen zu verlieren. Hoffentlich behalten die Verantwortlichen auch im im Auge, dass sie ohne diese Benutzer heute nicht das wären, was sie sind. Und hoffentlich treffen die Verantwortlichen nicht irgendwann mal Entscheidungen, die sie danach nicht mehr ruhig schlafen lassen.

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Bild des Benutzers Astrid
Astrid
Do, 05/26/2011 - 00:06

Hallo,
der Artikel ist toll geschrieben! Nur haben Sie sich Ihren eigenen kleinen "Twitter"-Tod geleistet ;-)
Klickt man auf den linken Button "Share on Twitter" erscheint eine Fehlermeldung (http 400 Ungültige Anforderung).
Schade, bei einem solch tollen Beitrag. Der sollte "teilbar" sein :-)
Nichts für ungut und LG Astrid

Bild des Benutzers admin
admin
Do, 05/26/2011 - 09:21

Hallo Astrid,

das kann eigentlich nur temporär gewesen sein. Gestern Nachmittag ging es noch und jetzt geht es auch. Wirklich merkwürdig.

Danke für dein Lob :)

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